Von einem Briefträger auf besonderem Posten

Es wird wärmer. Zu warm für den Februar. Trotzdem dürfen wir ein bisschen träumen und Sonnentage mit Erlebnissen herbeisehnen wie vor Jahr und Tag auf Baltrum mit der Post…

Dort hatten wir Urlaub gemacht. Der Motorsegler, mit dem wir unterwegs waren, lag im Hafen. Wir nutzten das Sanitärgebäude des Seglervereins. Gerade hatte ich einen Duschgang beendet…

… da öffnete sich zwischen dem „Herrenhaus“ und dem „Damenhaus“ die sonst wohl verschlossene „Verbindungstür“. Ein echter Briefträger der Deutschen Post in Gelb und Schwarz lugte vorsichtig in die Frauen-Räumlichkeiten. Als er nur Unverfängliches sah, trat er ein.

Ich muss ziemlich dämlich dreingesehen haben. Der Herr würdigte mich diskret keines weiteren Blickes, ging zum Toilettentrakt, öffnete Tür 1 und ging weiter, dann Tür 2 und ging weiter, dann Tür 3 und kam wieder heraus. Mehr stille Örtchen gab es nicht. Ich sagte hilfsbereit: „Einen Briefkasten zum Leeren werden Sie in den Klokabinen nicht finden.“

Das wusste der Mann ja nun bereits und blieb sehr ernst. Er war schon halb draußen, als er sich umdrehte und sagte: „Ich habe nur nachgeschaut, ob auf allen Halterungen noch Klopapier sitzt.“

Das nenne ich Dienstleistung. Wenn in den stillen Örtchen schon keine Briefkästen hängen, kann man sich natürlich anderweitig nützlich machen. Wie sprach unlängst ein Nachbar zu einem anderen: „In Ostfriesland ist manches ein bisschen anders als anderswo.“ Das findet auch eure

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