Fußballer steckte Sand in den Kopf

Am Wochenende hörte ich eine Sportsendung. Ein Fußballer besang in schönen Worten die Niederlage seines Clubs. Die sei nicht erfreulich, aber auch kein Grund, Sand in den Kopf zu stecken. Vielleicht hätte es gereicht, den Kopf in den Sand zu stecken.

Die deutschen Redewendungen und Sprichwörter haben ihre Tücken. Im Bekanntenkreis rief neulich ein Mann begeistert, mit seinem besten Freund könne er Pferde ausreißen. Bäume waren wohl gerade nicht greifbar. Möglicherweise hatte der Typ auch nur seine eigenen Pferdestärken im Sinn. Er ist bestens durchtrainiert. Diese inwendige Gaul-Kraft könnte er nutzen, um mit seinem Kumpel Pferde, pardon: Bäume zu stehlen.

Wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, demnächst über die Zeitung erfahren, jemand habe ein Weihnachtsbäumelager geräumt, ziehen Sie bitte ohne Verzug den Pferde-Ausreißer in Betracht.

Der sollte bei allem Tun auf die Tageszeit achten, denn Morgenstund ist aller Laster Anfang. Da hat der frühe Vogel Gold im Mund – und denkt mitnichten an einen Wurm.

Der ist ganz woanders drin, eben in verdrehten und neu gemixten Redewendungen.

Neulich schimpfte ein Mensch, der eine Enttäuschung erlitten hatte: „Die bittere Brille muss ich wohl schlucken.“ Hoffentlich hat er eine gute Versicherung für die Augengläser. Zudem  braucht er erstens einen breiten Schlund, in dem gerade nicht das Gold aus der Morgenstund parkt, und zweitens einen kraftvollen Darm. Denn halb gekaut ist gut verdaut.

Wirklich schade, dass er ausgerechnet eine Brille einschmeißen will, eine Pille könnte er wenigstens vergolden.

Schließlich versuchen Menschen immer wieder, aus schlimmen Dingen noch Geld zu machen und dem Fass die Krone auszuhauen. Wahlweise könnte er dem Fass den Boden ausschlagen und anschließend, mit ein bisschen Glück, einen gepflegten Schottland Single Malt Whisky schlürfen. Womit wir wieder bei der Krone wären. Denn in der Krone hätte er anschließend ziemlich sicher einen sitzen…

… vermutlich in Form eines Katers.

Dann war alles für die Katz,

meint herzlich eure

Blattflüsterin

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