Begleiter nach dem Tod von Kindern

In meiner jüngsten Podcast-Episode zum Thema „Trauer um Kinder“ nenne ich Hilfen für verwaiste Eltern. Gute Begleiter sind Trostpartner, die jederzeit ansprechbar sind. Im besten Fall haben sie selbst Verlusterfahrung gemacht und kennen das Leid trauernder Menschen.

Kraft geben können auch „Hilfsmittel“…

Meine Podcast-Abonnenten kennen meinen Favoriten: das Tagebuchschreiben. Hören Sie dazu gern noch einmal in die zweite Episode hinein. Sie befasst sich ausführlich mit diesem Thema. Einem Tagebuch können Sie ungehemmt alles anvertrauen.

Eine verwaiste Mutter hat mir unlängst diesen Hinweis geschickt, ich zitiere: Ich habe meiner kleinen Luise einen Brief geschrieben und ein Gedicht. Ich habe alles hineingepackt, was ich ihr so gern noch sagen wollte. Ich habe den Brief nirgendwo hingeschickt. Luise weiß schon, was drin steht. Demnächst möchte ich ihr noch einmal schreiben. Es hat sich viel verändert, auch zum Guten.

Ein weiteres Beispiel: Eine Familie hat in ihrem Garten einen Erinnerungsbaum für Mats gepflanzt. Er ist nur neun Jahre alt geworden. An dem Baum kommt die Familie gern zusammen und erzählt Geschichten von Mats. Dann schauen sie sich Familienfotos an und entzünden Kerzen. Während sie über seine Streiche lachen, kommen ihnen Tränen. Manchmal können sie nicht unterscheiden, ob es Tränen der Trauer oder Tränen der Freude sind.

Mats hat Regenbögen geliebt. Immer, wenn einer am Himmel steht, sagt garantiert jemand aus der Familie: Mats hat uns einen Regenbogen zugeschoben. Und alle lächeln. Solche Sprüche können wie eine Brücke sein, eine Verbindung zum Kind.

Das trifft auch auf Erinnerungsbücher zu: Alle Familienmitglieder halten darin fest, was ihnen wichtig ist, wenn sie an das verstorbene Kind denken, Vorlieben, liebenswerte Schwächen, den schrägen Haarschnitt, die Sommersprossen, einen altklugen Spruch, Selbstgemaltes und natürlich Fotos. Solche Erinnerungsbücher können gut auch digital erstellt und immer weiter gefüllt werden, so dass das Bild vom Leben, wie es war, immer runder wird.

Im Internet lassen sich zahlreiche Programme dafür finden.

Überhaupt Erinnerungsstücke… Oft sind es Freundinnen oder Freunde der verwaisten Eltern, die zum Beispiel aus der Kleidung des verstorbenen Kindes wärmende Patchworkdecken erstellen, Schlüsselanhänger, Engelfiguren oder Kuscheltiere für die verwaisten Geschwisterkinder. Kleine Andenken wie ein Ring oder eine Kette können mit eingenäht werden.

Dieses Rosen-Bärchen hat mir eine Freundin nach Martins Tod aus einem Lieblingskissen genäht. Auch Erwachsene können sich über solche kleinen Erinnerungsstücke freuen.

Das Alte, nicht mehr Gebrauchte, bekommt eine eigene neue Bedeutung. Allein dieser Gedanke oder dieses Gefühl, dass sich etwas wandeln darf, kann gut tun.

Bei allem ist wichtig: Die verwaisten Familienmitglieder müssen sich wohl damit fühlen. Die schönste Patschworkdecke wärmt nicht, wenn die Eltern im Kinderkleiderschrank erst einmal alles lassen möchten, wie es ist.

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