Schwester Magdalenas dienende Führung

Die Schwesterngemeinschaft, Familienangehörige und vier „weltliche“ Weggefährten gaben am Donnerstag, 16. Dezember, Schwester M. Magdalena auf dem Katholischen Friedhof in Dresden das letzte Geleit. Über Jahre hatte Magdalena in Aurich den kleinen Konvent der Schwestern von der Heiligen Elisabeth geleitet.

Zuvor hatten sie in der Kapelle des Konvents der Schwestern von der Heiligen Elisabeth das Requiem für Magdalena gefeiert. Hier wie bei der Aussegnung in der Friedhofskapelle stellte der Zelebrant adventliche Hoffnung und Erwartung in den Mittelpunkt. In dieser Erwartung habe auch Magdalena gelebt. Die Gemeinde sang: „Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir.“

Der Geistliche sagte, für Christen lebten Verstorbene nicht nur in der Erinnerung. Sie blieben gegenwärtig, wie ein Engel oder ein guter Geist. Er zeichnete das Leben von Magdalena nach, so wie es eine junge Schwester niedergeschrieben hatte. Sie schilderte Magdalenas schöne Gaben anhand ihrer Lebensstationen und hätte wohl manchen Auricher noch überrascht.

Requiem für Schwester M. Magdalena in der Kapelle des Konvents.

Schon als junge Schwester war Magdalena mit höheren Aufgaben betraut gewesen. Das hatte sie ihrem Führungsstil zu verdanken, ihre Maxime: Führe so, dass andere unter deiner Führung wachsen und sich entfalten können. Es war eine dienende Führung, die mit Bescheidenheit, Versöhnlichkeit, Mut, Verantwortung und Authentizität auskam.

Bernhard von Clairveaux hatte es einmal so gesagt: „Steh‘ an der Spitze, um zu dienen, nicht um zu herrschen.“

Auch wenn machtbewusste Menschen Schwester Magdalena ihr Leben lang so nicht gesehen haben mögen: Sie war Meisterin in diesem dienenden Führen. Das klang während der Beerdigung immer wieder an. Wenn sie anderen auftrug, den Flur zu wischen, war sie sich selbst nicht zu schade dafür.

Wurde es heikel, z.B. weil in St. Barbara lebensrettende Desinfektionsmittel fehlten, stieg sie in ihren Wartburg  und beschaffte als katholische Schwester in der säkularen DDR, was gebraucht wurde. Wie genau sie das mit Güte und Charme auf den Weg bekam, ist bis heute nicht verbürgt, so schreibt ihr Nachfolger an St. Barbara Peter Schmidt aus Halle in einem Erinnerungstext. Magdalena war die „Beschafferin“.

In der Friedhofskapelle stand das Leben von Magdalena noch einmal im Vordergrund. Im sanften Erzählfluss des Zelebranten zog es von Station zu Station. Immer schwang mit, wie sehr Magdalena in ihrer Zeit als Krankenhaus-Oberin an St. Barbara in Halle, später als Leiterin eines Ferienheims in Ützdorf und schließlich als Oberin in Aurich Menschen gut getan hatte.

In einem weißen Sarg fand Schwester Maria Magdalena ihre letzte Ruhestätte auf dem Äußeren Katholischen Friedhof in Dresden – inmitten der Gräber verstorbener Elisabeth-Schwestern.

Während der Aussegnung in der Friedhofskapelle. Im Bildvordergrund Nichten und Neffen.
Ein weißer Sarg mit hellen Gerbera.
Während der Beerdigung.

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