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Polders, Wilhelm IV
Goldschmied in Kevelaer | * 1954

Wilhelm Poldes IV
Im August 1954 erschien eine Geburtsanzeige. Die Goldschmiedefamilie Polders hatte Nachwuchs bekommen. Wilhelm Antonius Maria Polders war da. "Unsere drei Mädels freuen sich mit uns über die Geburt des prächtigen Sonntagsjungen“, so schrieben Wilhelm Polders III und seine Frau Maria geb. Voss.

Nach dem Abitur am Friedrich-Spee-Gymnasium in Geldern absolvierte Wilhelm Polders IV eine Goldschmiedelehre bei Claus Pohl in Duisburg; Studien führten ihn nach Zürich und München, dann nach Hanau, wo er an der Zeichenakademie die Prüfung zum Goldschmiedemeister und Designer mit Bestnote bestand. Sein Meisterstück ist ein Bischofskreuz in Goldfassung aus Bergkristallen, Smaragden und Sterlingsilber.

Im Frühjahr 1987 veredelte der junge Polders das Geschenk der Stadt Kevelaer für einen besonderen Gast: Papst Johannes Paul II. erhielt aus den Händen von Bürgermeister Karl Dingermann einen von Wilhelm Polders wertvoll verzierten Evangeliar-Einband.

Wilhelm Poldes IV mit EvangeliarDamals wie heute wirkt Polders, nunmehr in vierter Wilhelm-Generation und wie sein Vater international erfolgreich, im schönen Erkerhaus an der Hauptstraße und lässt jedes Sakral-Stück aus seinen Händen und den Händen der teils über Jahrzehnte treuen Mitarbeiter in der Sprache der Formen, Farben, Steine und Metalle biblische Geschichten erzählen. Ihm ist gleich seinem Vater jede christliche Symbolik vertraut wie die eigene Muttersprache.

Wilhelm Polders 1987 mit dem wertvollen Evangeliar-Einband für Papst Johannes Paul II.

Das wurde 2011 einmal mehr deutlich, als er für den angehenden Weihbischof Dr. Stefan Zekorn das Chrisamgefäß fertigte. Es bereite ihm große Freude, sagte Polders damals, dass Zekorn auf ihn mit dieser Aufgabe zugekommen sei.

Sakralwerke von Polders stehen in zahlreichen Kirchen der Welt. Viele dieser Werke haben eine besondere Geschichte. Eine soll hier erzählt werden.

Als Wilhelm Polders IV Mitte der 80er-Jahre Ost-Berlin besuchte, um einen Messkelch zu überbringen, fühlte er sich dort stark eingeengt. „Ich habe es kaum ausgehalten. Diese ganzen Kontrollen, die Mauer – schrecklich. Es schnürte mir förmlich den Hals zu.“ Als er wieder zu Hause war, schuf er ein Kreuz, das er Mauerkreuz nannte und mit einer Fürbitte verband: „Gib, dass die Mauern brechen.“

1986 übergab er das Kreuz Edgar Kutzor, Pfarrer an St. Matthias in Schöneberg, in den sechziger Jahren Kaplan in Kevelaer und ein Nachfolger des späteren Kardinals von Galen, der 15 Jahre in diesem Berliner Stadtteil tätig gewesen war. Zunächst hängte Kutzor das Kreuz in eine Kapelle. Als seine Kirche 1989 neue Apsis-Fenster bekam, beschloss die Gemeinde, das Kreuz dort wirken zu lassen. Am 19. August brachte Kutzor es an. Es war – wie sich später herausstellte – genau jener Tag vor nunmehr 25 Jahren, an dem während eines Friedenspicknicks an der österreichisch-ungarischen Grenze Hunderte in die Freiheit aufbrachen und der „Eiserne Vorhang“ Risse bekam. Drei Monate später fiel die Mauer.

Heute zeichnet das Mauerkreuz aus Kevelaer für die Pfarrgemeinde St. Matthias ein Stück Geschichte nach. Pfarrer Kutzor spricht von der „sichtbaren Erfüllung der Bitte von Wilhelm Polders.“


Wilhelm Polders (oben rechts) mit seinem Team im Jahr 2004, das über Jahrzehnte fast unverändert blieb, oben in der Mitte Ehefrau Claudia Polders, unten, 2. v. l. Mutter Maria Polders.