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Schmidt-Eggert, Stephanie und Friedemann

Pastorenehepaar der Evangelischen Kirche | 1999 im Streit von Kevelaer verabschiedet

Stephanie und Friedemann Schmidt-Eggert
Das Pastorenehepaar Stephanie und Friedemann Schmidt-Eggert: Verabschiedete sich aus Kevelaer mit Vorwürfen.

Es war ein bemerkenswertes Novum, mit dem der evangelische Kirchenkreis Kleve ins Jahr 1998 startete: Für die Kommunikation der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Kirchenkreis wurde eine Mitarbeiterzeitung herausgegeben. "Aktiv im Kirchenkreis Kleve" - so ihr Titel - sollte viermal im Jahr erscheinen. Die Startausgabe hatte 30 Seiten. "Der Vertrieb ist so gedacht, dass das kostenlose Magazin in den Gemeinden ausgelegt wird. Jeder, der sich als Aktiver versteht, hat dann die Möglichkeit, sich mit dem Heft zu beschäftigen", erläuterte Friedemann Schmidt-Eggert, der bereits ab 1996 als erster Öffentlichkeitsarbeiter im Kirchenkreis Kleve angestellt war.

Von Schmidt-Eggert stammte auch das Layout. Gedruckt wurde das Heft in Wuppertal, wo die evangelische Kirchenzeitung "Der Weg" produziert wurde. "Aktiv" erschien in einer Auflage von 4.500 Exemplaren. Finanziert wurde das Produkt durch Werbeanzeigen. Für die Zeitschrift arbeitete ein Redaktionsausschuss von rund zehn Mitgliedern, die sich regelmäßig trafen. Zum Redaktionsteam gehörte seinerzeit auch Karin Reinhardt aus Kevelaer (heute: Karin Dembek).

Für Friedemann Schmidt-Eggert, den Pastor im Sonderdienst, war die Schrift wichtig, denn sie konnte darüber Auskunft geben, wie Schmidt-Eggert als neuer Öffentlichkeitsarbeiter im evangelischen Kirchenkreis Kleve seine Aufgabe gestaltete und ob er sein Handwerk beherrschte. Zum ersten Mal hatte der Kirchenkreis einen solchen "Spezialisten" eingestellt. Schmidt-Eggert arbeitete von einem Büro in der Superintendentur in Pfalzdorf aus. Für seine kirchliche PR-Arbeit ("Allgemein kann man sagen, daß ich am Image der Kirche arbeiten möchte") fühlte sich der Pastor durch eine einjährige Tätigkeit bei zwei Werbeagenturen in Düsseldorf und Koblenz qualifiziert.

Für Kevelaer bedeutsamer war freilich seine Ehefrau Stephanie (32), die ebenfalls im Kirchenkreis angestellt worden war. Als Pastorin im Sonderdienst füllte sie eine halbe Stelle, die zusätzlich zu der von Pfarrer André van de Bruck eingerichtet worden war. Die Pastorin sah sich als "christliche Beraterin von Menschen, die Hilfe brauchen". Ihr Sondervikariat für Psychiatrie und Krankenhausseelsorge half ihr beim Bewältigen dieser anspruchsvollen Aufgaben. Pastorin Stephanie Schmidt-Eggert gab Konfirmanden-Unterricht und engagierte sich in der Seelsorge - im Krankenhaus und in Familien bei Trauerfällen.

Ihr Einsatz war allerdings von enttäuschend kurzer Dauer, denn sie kehrte schon bald in den Erziehungsurlaub zurück, während ihr Mann als "Pastor im Sonderdienst" zusätzlich die Aufgaben seiner Frau vorläufig übernahm.

Mit der Diaspora-Situation der evangelischen Kirche in Kevelaer und Umgebung wurde Pastor Friedemann Schmidt-Eggert offenbar nicht fertig. Sein letzter Beitrag im "Gemeindebrief" für den Zeitraum Juni bis September 1999 gab darüber Aufschlüsse:

"Wenn man weiß, wo es die besten Brötchen gibt." Hat mal jemand auf die Frage, wo man zu hause ist geantwortet. Wenn man umzieht, neu anfängt, keinen Menschen kennt, dann ist der Bäcker schon mal ein Anfang. Schule, Arzte, ein Spielplatz, all das will gefunden werden. Später dann will man ein gutes Restaurant, ein schönes Café, dann die heimeligsten Orte und unberührteste Natur, den geheimsten Geheimtip finden. Es dauert Jahre, bis man sich auskennt, im neuen Lebensraum. Ob der dann allerdings ein Zuhause wird, hängt noch von ganz anderen Faktoren ab. Freunde sind wichtig, aber auch Bekannte: wenn man durch die Stadtgeht, und an jeder zweiten Straßenecke jemanden grüßen kann, gibt es einem schon das Gefühl dazuzugehören. Deshalb ziehen ja schließlich viele Menschen raus auf‘s Land.

"Wir leben schon seit über 40 Jahren hier. Ehrlich gesagt haben mein Mann und ich mich hier noch nie so richtig heimisch gefühlt." Diese und ähnliche Außerungen sind kein Einzelfall. Ich habe öfters von älteren Menschen hier gehört, daß sie sich nicht richtig wohl fühlen an diesem Ort.

Es ist wohl nicht so leicht, am Niederrhein ein neues zu Hause zu finden. Eine Kirchengemeinde ist für viele Menschen eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Die meisten Menschen aus unserer Gemeinde, sind nicht hier geboren. Die evangelischen Kevelaerer sind fast immer Zugezogene. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands. Nach dem Krieg aus Schlesien, Pommern, Markbrandenburg. Heute kommen die meisten aus der Ruhrgbiet und dem Düsseldorfer Raum, wo die Mieten höher sind als hier die Raten für ein eigenes Häuschen. Einwanderungswellen hat es am Niederrhein immer wieder gegeben.Vor 450 Jahren kamen die Niederländer. Sie brachten einen neuen Glauben und damit die Refomation mit. Dann kamen vor 150 Jahren die Pfälzer aus dem Hunsrück. Sie flohen vor Mißernten und wollten eigentlich nach Amerika auswandern. Sie erhielten die Möglichkeit, hier zu siedeln. Sie brachten ihre Traditionen mit und gründeten gleich eigene Dörfer (Pfalzdorf, Louisendorf, Neulouisendorf).

Vielleicht hemmt eine tiefsitzende Angst vor "Uberfremdung" die Menschen am Niederrhein aufgeschlossener zu sein. Kevelaer selbst ist noch nicht so alt. Es verdankt seine Gründung der katholischen Wallfahrt. Als die ersten Evangelischen kamen, durften sie nur in ganz bestimmten Straßen wohnen.

Sie durften auch keine eigene Gemeinde gründen, sondern mußten nach Weeze in den Gottesdienst, in die Evangelische Schule und den Konfirmandenunterricht fahren. Einige ältere Gemeindemitglieder können davon noch erzählen. Bis Evangelische in Kevelaer ein Zuhause finden durften, dauerte es viele Jahre. Nach dem Krieg änderte es sich radikal. Zur Zeit sind 3026 evangelische Gemeindemitgliede in Kevelaer registriert. Die Gemeinde wächst und wird stetig großer. "Kevelaer ist nicht mein zu Hause, ich wohne nur hier‘, hat mir eine ältere Dame anläßlich der Beerdigung ihres Mannes erzählt.

Ich habe mich oft gefragt, was man braucht, um sich heimisch zu fühlen: Gleichgesinnte? Freunde? Schöne Natur? Bekanntes und Bekannte? Ich habe mit meiner Familie darauf hier keine Antwort gefunden. Wir waren aber auch nur drei Jahre in Kevelaer. Ab 30. Mai werde ich eine Pfarrstelle im Hunsrück antreten. Wir werden (wieder einmal) ganz neu anfangen. Vielleicht finden wir da ja heraus, was für ein wirkliches zu Hause nötig ist. Ich weiß aber schon, wo es die besten Brötchen gibt.

Der Beitrag zeugte nicht nur davon, dass Schmidt-Eggert in Kevelaer und Umgebung "fremd" geblieben war, sondern auch, dass er die historische Entwicklung nur bruchstückhaft kannte. Von vielen Kevelaerern, besondern auch den evangelischen Christen, wurden die Abschiedsworte des offenbar frustrierten Pastors als Schlag ins Gesicht empfunden. Pfarrerin Karin Reinhardt (Dembek) stellte im Kevelaerer Blatt unverzüglich klar: Das Abschiedswort des evangelischen Pfarrers Friedemann Schmidt-Eggert im Gemeindebrief entspreche nicht dem Denken und Fühlen der evangelischen Christen in Kevelaer. Der erweckte Eindruck, hier würden sich die meisten Evangelischen nicht heimisch fühlen, sei falsch. Die Pfarrerin hob stattdessen das gute Miteinander in der Marienstadt hervor.

Martin Willing, Herausgeber des KB, antwortete am 11. Juni 1999 in der Kevelaerer Zeitung auf den Angriff von Schmidt-Eggert:

Sie schreiben in Ihrem Abschiedswort, es sei „wohl nicht so leicht, am Niederrhein ein neues zu Hause zu finden“, und sagen über Kevelaer: „Ich habe öfters von älteren Menschen hier gehört, daß sie sich nicht richtig wohl fühlen an diesem Ort.“

Äußerungen wie „Wir leben schon seit über 40 Jahren hier. Ehrlich gesagt haben mein Mann und ich mich hier noch nie so richtig heimisch gefühlt“ - solche Äußerungen seien kein Einzelfall.

Vielleicht hemme, so versuchen Sie eine Erklärung, „eine tiefsitzende Angst vor ‘Überfremdung’ die Menschen am Niederrhein aufgeschlossener zu sein“. Und Sie fahren fort: Kevelaer „verdankt seine Gründung der katholischen Wallfahrt. Als die ersten Evangelischen kamen, durften sie nur in ganz bestimmten Straßen wohnen. Sie durften auch keine eigene Gemeinde gründen, sondern mußten nach Weeze in den Gottesdienst, in die Evangelische Schule und den Konfirmandenunterricht fahren. Einige ältere Gemeindemitglieder können davon noch erzählen. Bis Evangelische in Kevelaer ein Zuhause finden durften, dauerte es viele Jahre.“ Und Sie zitieren eine „ältere Dame“, die Ihnen anläßlich der Beerdigung ihres Mannes erzählt habe: „Kevelaer ist nicht mein zu Hause, ich wohne nur hier“.

Es ist, lieber Herr Schmidt-Eggert, historisch falsch, was Sie über die Entstehung der evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer schreiben. In der Marienstadt gab es bis vor gut 50 Jahren „jeweils nur einige Dutzend Evangelische“, wie die Frau des ersten evangelischen Pfarrers von Kevelaer, Eva-Maria Theune, im Buch zum Wallfahrtsjubiläum (Kevelaer 1992, S. 647) ausführt. Sie gehörten deswegen zur Gemeinde Weeze, weil die Gruppe viel zu klein für eine eigene Gemeinde war - nicht aber, weil ihnen eine Gemeindegründung verwehrt worden wäre. Dieser Diaspora-Gemeinde stellte die katholische Kirchengemeinde vor und nach dem Krieg Räume, so auch die Beichtkapelle, zur Verfügung. Und mitnichten mussten evangelische Schüler aus Kevelaer nach Weeze fahren, denn in Kevelaer gab es nach dem Krieg eine evangelische Volksschule.

Das Traurige an Ihrer Replik ist allerdings weniger die Unkorrektheit bei den Fakten als vielmehr Ihr nahtloser Bogenschlag von Vorkommnissen unter früheren Generationen zu der Lebenswirklichkeit im Kevelaer von heute. Sie erwecken den Eindruck, als lebten die Protestanten in der Wallfahrtsstadt heute wie „damals“ in Isolation, quasi unterdrückt und behindert von Katholiken, die sich vor „Überfremdung“ schützen wollten und den Protestanten verwehrten, hier heimisch zu werden. Ihrer individuellen Erfahrung, dass Sie in Ihrer dreijährigen Kevelaer-Zeit beruflich und privat hier nicht das gefunden haben, was Sie gesucht haben, geben Sie das Gewicht von Allgemeingültigkeit und übermitteln diese persönliche Erfahrung zur Orientierung an Ihre früheren Gemeindemitglieder, die - anders als Sie - hier weiterleben „müssen“.

Ob katholisch, orthodox, evangelisch oder evangelisch-freikirchlich - jeder Christ, der weiß, was er ist, stellt für den Marienort eine Bereicherung dar. Im Kampf um einen Rest von Ernsthaftigkeit in einer Gesellschaft, in der die Verpackung wichtiger zu werden scheint als der Inhalt, ziehen wir alle an einem Strang. Die Christen sollten begreifen, daß sie gemeinsam längst in einer Diaspora leben. Sie sollten sich nicht untereinander das Leben schwer machen.

Alles Gute im Hunsrück!
Martin Willing

Karin DembekKarin Reinhardt (Dembek) äußerte sich zum traurigen Abgang des Pastors Schmidt-Eggert in der KB-Rubrik "Bedenkliches" (2.7.1999):

Karin Dembek.

Evangelisch in Kevelaer?

In den vergangenen Wochen wurde von verschiedenen Seiten die Frage aufgeworfen, ob Evangelische in Kevelaer überhaupt heimisch werden können oder ob sie nicht immer ein Stachel im Fleisch der Katholiken hier bleiben.

Diese Frage ist im Jahr 1999 unsinnig und überflüssig: Menschen jeder Konfession werden hier aufgenommen und können in Kevelaer heimisch werden, und es sieht so aus, als wollten die meisten das auch: Die vielen Neubaugebiete und die damit verbundenen steigenden Einwohnerzahlen der Stadt Kevelaer verdeutlichen das.

Unter den Neuzugezogenen sind auch viele Evangelische, und die scheinen gar keine Angst vor der „katholischen Übermacht“ zu haben, im Gegenteil - evangelische und katholische Kinder krabbeln gemeinsam in allen kirchlichen Eltern-Kind-Gruppen, sie spielen zusammen in allen Kindergärten der Stadt (ganz besonders in unserem eigenen Jona-Kindergarten), und sie drücken vor allem gemeinsam die Schulbank. Diese Aufzählung ließe sich problemlos fortsetzen.

Evangelische in Kevelaer gehören im Jahr 1999 keineswegs zu einer Randgruppe, sondern zum Stadtbild. Sicherlich ist die durch die Reformation Martin Luthers geschehene Kirchenspaltung nicht überwunden; wir haben eben die römisch-katholische Kirche und die evangelischen Kirchen, doch nähern wir uns an und versuchen in einer Welt zusammen zu stehen, in der Christen immer noch beweisen müssen, daß sie das „Salz der Erde“ sind.

Allein die gemeinsame Erklärung der römisch-katholischen Kirche und des lutherischen Weltbundes zur Rechtfertigungslehre zeigt uns, daß ein großer Streitpunkt der Reformationszeit am 31. Oktober 1999 ausgeräumt sein wird. Zwischen beiden Kirchen bestehen Übereinstimmungen zu Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre; nämlich daß wir aus Gnade und allein aus dem Glauben gerechtfertigt werden, ohne des Gesetzes Werke (Röm 1, 17). Hiermit erkennt die römisch-katholische Kirche die zentrale reformatorische Erkenntnis Martin Luthers an.

Wir Christen werden also von Gott beschenkt.

Nur scheint es für viele Menschen heute viel schwieriger, dieses Geschenk Gottes anzunehmen, sich beschenken zu lassen. Und das gilt wohl für Evangelische und Katholische.

Karin Reinhardt, Ev. Kirchengemeinde Kevelaer

Eva-Maria TheuneEva-Maria Theune, die Witwe des ersten evangelischen Pfarrers von Kevelaer, griff das Thema ebenfalls auf, und zwar am 9.7.1999 in der KB-Rubrik "Bedenkliches":

Eva-Maria Theune.

Noch einmal: Evangelisch in Kevelaer

Der wichtigste Einwand gegen F. Schmidt-Eggerts „Andacht“ im Gemeindebrief der Ev. Kirchengemeinde ist: Die Verhältnisse haben sich längst gewandelt. Aus den Vorbehalten und der Distanz, die es ja gab, ist gut Nachbarschaft in gegenseitiger Anerkennung geworden. Beide Kirchen gemeinsam haben inzwischen viel größere Sorgen und Pflichten, die sie zusammenzwingen werden: ihre Verkündigung der Achtung vor Gott und den Menschen, von Frieden und Versöhnung soll die Herzen und Gewissen der Menschen erreichen.

Was die Vergangenheit betrifft, müssen einige Behauptungen korrigiert werden. Kevelaer ist nicht durch die Wallfahrt gegründet worden, verdankt ihr allerdings die heutige europäische Bedeutung. Niemals haben die Evangelischen in der lange Zeit rein katholischen Stadt nur in bestimmten Straßen wohnen dürfen; und nirgendwo in Deutschland waren die Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem Kriegsende eine willkommene Einquartierung, weder evangelische noch katholische. Wer nimmt schon gerne wildfremde, bettelarme Familien in seine Wohnung auf?

Die neuen Bewohner erfuhren aber nicht nur Ablehnung, sondern auch Verständnis und Hilfe. Um eine eigene Gemeinde zu gründen, mußte die Zahl der Evangelischen erst auf eineinhalbtausend anwachsen. Mit „dürfen“ hat das nichts zu tun. Es dauerte nur wenige Jahre, bis in Winnekendonk und Kevelaer die Siedlungen für die Flüchtlinge gebaut wurden - aber immer für Familien beider Konfessionen. Die Stadtverwaltung hat für ihre evangelischen Bürger immer getan, wozu sie gehalten ist:

Siedlungsmöglichkeiten geschaffen und eine eigene Schule unterhalten, solange es Konfessionsschulen gab. Ökumenische Gespräche und Seminare gab es in Kevelaer bereits Jahre vor dem 2. Vatikanischen Konzil.

Wer neu irgendwohin kommt, aus welchen Gründen auch immer, und sich im neuen Ort wohlfühlen will, muß selbst Schritte dazu tun. Dafür gibt es Nachbarschaften und Vereine, die Kirchengemeinde, die Parteien und kulturelle Veranstaltungen. Wer sich von alledem fernhält, kann nicht heimisch werden. Wer nur Vorbehalte gegen seine Umgebung hegt, wird nicht dazugehören. Die Brötchen allein werden es nicht tun.

Eva-Maria Theune, Ev. Kirchengemeinde Kevelaer

Damit war die Schmidt-Eggert-Episode in der Wallfahrtsstadt endgültig beendet und verarbeitet. Die meisten Kevelaerer, katholische wie evangelische, kannten ohnehin eine andere Lebenswirklichkeit, die mit der nichts zu tun hatte, die Schmidt-Eggert in seinem Beitrag vorgegeben hatte.

Die Christen in Kevelaer - darin stimmen die meisten Bürger wohl überein - pflegen nachhaltig ein gutes Miteinander.

Ausblick
Ehepaar Schmidt-Eggert
Im Mai 2013 übernahm Dr. Stephanie Schmidt-Eggert ihren Dienst als Leiterin des Evangelischen Militärpfarramts Büchel. Da hatte sie bereits einige andere berufliche Stationen hinter sich - als Polizeiseelsorgerin und anschließend Hochschulpfarrerin an den Universitäten in Köln.

Sie trat damit in die Fußstapfen ihres Mannes Friedemann Schmidt-Eggert, der 2007 Militärpfarrer in Büchel geworden war und nun in das benachbarte Militärpfarramt in Daun wechselte (Quelle: www.eka.militaerseelsorge).

© Martin Willing 2012, 2013